Geschichte im Vest
 

1487. Der "Hexenhammer" erschien,

ein Werk so babarisch an Sprache wie an Gesinnung, spitzfindig und

unverständlich in der Argumentation, originell nur in der Feierlichkeit,

mit der die abgeschmacktesten Märchen als historische Belege vor-

getragen werden, das verruchteste und zugleich das läppischste, das

verrückteste und dennoch unheilvollste Buch der Weltliteratur.

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Der Hexenhammer

Malleus maleficarum

Diese Schrift der Dominikaner Heinrich Institoris und Jakob Sprenger schuf die

Grundlagen für das Entstehen eines bis zur Massenhysterie gesteigerten

Verfolgungswahnes.

Der Titel des Buches spielt auf eine Auszeichnung an, die von der römischen

Kirche an verdiente, das heißt erfolgreiche Ketzerjäger verliehen wurde:

Malleus haereticorum. Sogar einem ehemaligen Ketzer gelang es, sich diese Auszeichnung zu verdienen, Robert le Bougre, einem Katharer, der sich den

Ehrentitel des "Ketzerhammers" gegen seine früheren Glaubensgenossen er-

kämpfte.

Literarische Vorlage des "Malleus" war das damals allgemein anerkannte Handbuch der Ketzerverfolgung "Directorium inquisitorum" von Nicolaus Eymericus

(1376). Deutlich wird dies insbesondere aus der Übernahme des Aufbaus:

theoretische Fundierung in den beiden ersten Büchern und eigentliche Prozessanleitung im dritten Buch.

März 1977: Manfred Hammes, Fischer-Verlag "Hexenwahn und Hexenprozesse" S. 50

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